Emazuy

Die ehemalige Kirche Emauzy in Prag ist ein Ort, der die Blüte und den Niedergang der Religion dokumentiert. 1941 wurde die Kirche bombardiert und zum Teil zerstört. Nach dem Krieg kehrten die Mönche zurück und begannen mit dem Wiederaufbau, der 1950 durch das kommunistische Regime unterbrochen wurde. Auf den Überresten wurde eine ungewöhnliche und zu schwere Stahlbetonkonstruktion errichtet, die einerseits die zerstörten Türme ersetzten und anderseits ein Mahnmal (des Nichtexistierens) der Kirche sein sollte.

In dieser Kirche realisierten wir (mit Jan Vágner) 1994 eine unendliche Sandinstallation.

Vier Sandfontänen rieselten rund um die Uhr von der zwölf Meter hohen Decke.

Am Boden formten sich vier unterschiedlich hohe Sandhügel. Während der Ausstellung fielen rund sechzehn Tonnen Sand zu Boden, die wir in einem Viertagesrhythmus zirkulieren liessen. Täglich brachten wir einen Haufen Sand, wieder hoch unter das Dach und verteilten sie in acht Kübel.

Dazu richteten wir eine akustische Installation mit dem Gesang der Vögel ein, die wir im mexikanischen Regenwald aufgenommen hatten.

Video 6min 23sec 1994/2007 (3:4) Kamera: Jana Žáčková, Schnitt: Yvonne Christen Vágner

Foto: Ivan Pinkava

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PROJEKT JATAÉ

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SUISSE MINIATURE